Selbsthilfe-Kontaktstelle Wetteraukreis

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SOS-Dose – Verteilaktion auf der Selbsthilfe-MEILE

Erste Kreisbeigeordnete und Gesundheitsdezernentin Stephanie Becker-Bösch (Mitte) mit Christina Keller, vom Pflegestützpunkt Wetterau (links), und Anette Obleser, die die Selbsthilfe-Kontaktstelle des Wetteraukreises leitet.

In einem Notfall sind zwei Dinge besonders wichtig: Geschwindigkeit und die richtigen Hinweise, damit die Rettungsdienste schnell die nötigen Informationen finden, ohne Zeit zu verlieren. Genau dafür gibt es die Rettungsdose.

Alle wesentlichen Informationen werden auf einem Blatt notiert, und dieses Blatt wird so deponiert, dass es Helferinnen und Helfer schnell finden können: in einer roten Dose in der Innentür des Kühlschranks.

Erste Kreisbeigeordnete und Gesundheitsdezernentin Stephanie Becker-Bösch wirbt schon geraume Zeit für die SOS-Dosen, die eine schnelle und sichere Hilfe erleichtern. Im Rahmen der Öffnet externen Link in neuem FensterSelbsthilfe-MEILE am 17. August wird der Pflegestützpunkt des Wetteraukreises zusammen mit dem Arbeitskreis Demenz in der Zeit von 10 bis 15 Uhr SOS-Dosen kostenlos verteilen. Um auch für die nächste Aktion wieder SOS-Dosen anschaffen zu können, wird eine kleine Spende allerdings gerne entgegengenommen.

Das Projekt „Message in a Bottle“ wird in Irland und Großbritannien von über 75 Organisationen des Lions Clubs unterstützt. Fünf Millionen Dosen wurden bislang verteilt. In Deutschland wurde das Projekt erstmals in Hanau auf den Weg gebracht. Im Wetteraukreis wurden in den vergangenen Jahren rund 22.000 Dosen verteilt. „Das ist schon ein schönes Ergebnis. Ich würde mich aber freuen, wenn es noch mehr würden“, wünscht sich die Wetterauer Gesundheitsdezernentin.

Die Idee, die Dose im Kühlschrank aufzubewahren, ist so simpel wie klug. Jeder Haushalt besitzt einen Kühlschrank. Man muss sie nicht lange suchen, so dass Ersthelfer schnell an die notwendigen Informationen kommen. Durch einen Aufkleber an der Wohnungs- oder Hauseingangstür und einem zweiten Aufkleber an der Kühlschranktür wissen die Einsatzkräfte sofort, dass diese SOS-Dose vorhanden ist.

Auch an Haustiere wird gedacht

Auf dem Datenblatt stehen Name, Vorname, Geburtsdatum und Adresse, der Name der Krankenversicherung und die Versicherungsnummer. Weitere Felder geben Auskunft über Hausarzt und gewünschtes Krankenhaus, falls erforderlich. Man kann dort auch eintragen, ob eine Betreuung besteht oder ein Pflegedienst in Anspruch genommen wird, ob Allergien oder Überempfindlichkeiten bestehen. Auch ein Passfoto kann in der dafür vorgesehenen Stelle eingeklebt werden. Im nächsten Feld sind Angaben zur regelmäßigen Medikamenteneinnahme zu machen und wo diese aufbewahrt werden.

Sind Patientenverfügung und Impfpass vorhanden, wird deren Aufbewahrungsort ebenfalls auf dem Datenblatt eingetragen. Auf der letzten Seite können dann Personen vermerkt werden, die im Notfall zu informieren sind.

Sogar Haustiere werden nicht vergessen: Das Datenblatt sieht nämlich auch hierfür ein Feld vor, wer im Notfall für das Tier sorgen kann.

Falls ein Hausnotruf oder Ähnliches vorhanden ist, sollte dieser in jedem Fall weiter genutzt werden. Eine SOS-Dose kann ein Hausnotruf-System nicht ersetzen, sondern nur ergänzen.

Wer in Urlaub fährt, kann die Dose einfach mitnehmen. So sind alle wichtigen Informationen im Falle eines Falles für die Ersthelfer auf einen Blick sichtbar.

Nicht nur für ältere Menschen

Wie Gesundheitsdezernentin Stephanie Becker-Bösch ausführt, richtet sich die Verteilaktion nicht nur an ältere, alleinstehende oder kranke Menschen. „Auch für junge Familien mit Kindern kann diese Dose sehr nützlich sein.“

Die Selbsthilfe-MEILE findet am Samstag, dem 17. August 2019, zwischen Parkstraße und Kurpark (Kiespromenade) statt. 50 Selbsthilfegruppen, Gesprächskreise, ehrenamtliche und soziale Einrichtungen und Beratungsstellen des Wetteraukreises stellen ihre Arbeit an diesem Tag vor.

Gleichzeitig erhalten die Besucherinnen und Besucher die Gelegenheit, sich mit ehrenamtlich tätigen Menschen auszutauschen, soziale Angebote kennenzulernen und mit professionellen Versorgern ins Gespräch zu kommen.

veröffentlicht am: 25.07.2019

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