Wenn die Kinderlähmung nach Jahren zurückschlägt

Im Wetteraukreis gibt es eine regionale Selbsthilfegruppe des Bundesverbandes Polio e.V. Sechs Mal im Jahr treffen sich hier Menschen, die in ihrer Kinder- und Jugendzeit an Poliomyelitis, an Kinderlähmung erkrankt waren. 

Nach der akuten Erkrankung, die viele Jahre zurückliegen kann, kämpfen heute viele Betroffene mit dem Post-Polio-Syndrom. Eine neuartige, degenerative und nicht heilbare Erkrankung. Sie ist eine Folge- oder Zweiterkrankung der ursprünglichen Polioinfektion.

Dabei kommt es zu einer Anhäufung von neuen, meist schweren gesundheitlichen Beeinträchtigungen wie Muskelschmerzen, extreme Müdigkeit und Erschöpfung, Schlafstörungen, Atem- und Schluckbeschwerden, Aufwachprobleme nach Vollnarkosen. Bemerkenswert ist, dass der Ausbruch des Post-Polio-Syndroms teilweise erst Jahrzehnte nach der akuten Polioymelitis-Erkrankung erfolgt.

Für die Betroffenen, die vor der flächendeckenden Impfpraxis in den 60’er Jahren erkrankten, ist es sehr niederschmetternd, plötzlich nach so langer Zeit wieder mit der Krankheit konfrontiert zu werden, die sie vermeintlich überwunden und überlebt haben.

Die Regionalgruppe des Bundesverbandes Polio e.V. in Friedberg möchte die an Polio erkrankten Menschen sowie Ärzte, Therapeuten und Kliniken über das Post-Polio-Syndrom informieren. Das wichtigste ist aber der Erfahrungsaustausch untereinander und das Gefühl, mit der Krankheit nicht alleine zu sein.

Irene Kopf, Sprecherin der Selbsthilfegruppe, rät zur Impfung: Durch flächendeckende Impfung gelte Kinderlähmung als nahezu ausgerottet. Doch Polio trete noch in einigen Ländern und Regionen auf, wie Afghanistan, Pakistan und Nigeria. Ohne ausreichend geimpfte Bevölkerung könnte die Kinderlähmung auch nach Deutschland zurückkehren.

Kontakt: Selbsthilfegruppe Polio e.V. Friedberg, Irene Kopf, Telefon: 06187/4 16 89 08, Öffnet ein Fenster zum Versenden der E-MailE-MailÖffnet externen Link in neuem FensterInternet.

Auskünfte bei Fragen zu weiteren Selbsthilfegruppen und Gesprächskreisen bei der Selbsthilfe-Kontaktstelle des Wetteraukreises, Telefon: 06031/83-2345, Öffnet ein Fenster zum Versenden der E-MailE-MailInternet.

veröffentlicht am: 24.03.2016

veröffentlicht am: 11. April 2016